Aktuelle Meldung
Bundesgartenschau im Kreis Meißen?
(06.07.2010)
Liebe Leser meiner Website,
vor einiger Zeit wurde ein Artikel in der Sächsischen Zeitung veröffentlicht, der sich mit dem Projekt einer Bundesgartenschau für die drei Städte Meißen Riesa und Großenhain beschäftigt hat. Da ich in diesem Artikel auch zu Wort kam, hier der Inhalt:
"Platz für Bundesgartenschau gesucht
Meißens Stadträte stehen
der Idee einer gemeinsamen
Bundesgartenschau mit
Riesa und Großenhain aber
skeptisch gegenüber.
Von Peter Anderson
berrascht haben jetzt die Meißner Stadträte auf einen Vorstoß
der Oberbürgermeister von Meißen, Riesa und Großenhain reagiert,
ein Großereignis wie eine Bundesgartenschau in die Region
zu holen. „Zwischen den drei Städten gibt es keinen Schnittpunkt,
wo sich eine Bundesgartenschau ansiedeln ließe“, sagte gestern
Hans-Georg Patt, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Meißner
Stadtrat. Wenn, dann wäre ein Vorhaben in einer solchen Größenordnung nur vom Landkreis in seiner Gesamtheit zu schultern. Prinzipiell steht Patt der Idee allerdings
offen gegenüber. Er rechne mit positiven Effekten für die
Wirtschaft und vor allem die Tourismusbranche
des Landkreises. „Sachsen hat bislang noch keine Bundesgartenschau ausgerichtet“, sagt Patt. Der Landkreis Meißen
hätte deshalb gute Chancen, mit einem schlüssigen Konzept den Zuschlag zu erhalten, so der CDU-Politiker. Dafür müsste der Plan allerdings schnell von einer ersten Idee zu einem ausgereiften Konzept wachsen. Eine deutlich harschere Kritik äußerte
gestern Wolfgang Tücks, der Vorsitzende der ULM-Fraktion. Ursprünglich habe der Dreierbund aus Meißen, Großenhain und Riesa nach Wegen suchen sollen, wie sich trotz zurückgehender Einwohnerzahlen eine hohe Lebensqualität in den drei Städten erhalten lässt. „Was eine Gartenschau mit der demografischen Entwicklung im Landkreis zu tun haben soll, ist mir völlig schleierhaft“, so Tücks.
Eigenmittel fehlen
Gleichzeitig verwies der ULM-Stadtrat auf die bereits 2007 verworfenen, konkreten Pläne für eine Landesgartenschau
2012 oder später in Meißen. Damals hätte es geheißen, dass Meißen dafür unmöglich die Eigenanteile aufbringen könne.
Verwiesen wurde auf das Franziskaneum oder die Pestalozzi-Mittelschule, die dringend saniert werden
müssten. Er könne sich nicht vorstellen, dass jetzt plötzlich Geld
für eine noch größere Bundesgartenschau vorhanden sein sollte,
sagte Tücks. Ähnlich verwundert zeigte sich
Oliver Beger, der Vorsitzende der Fraktion Freie Bürger/SPD: Für den Haushalt 2010 hatte seine Fraktion gefordert, 20 000 Euro einzuplanen, um mit dem Geld eine Machbarkeitsstudie für eine Landesgartenschau in Meißen zu erarbeiten. „Dieser Antrag wurde mit dem Betreiben der Verwaltung und unter großer Diskussion abgelehnt“, so Beger. Jetzt überrasche ihn der Vorstoß
der Oberbürgermeister und das Recyceln des Vorschlags von
SPD und Freien Bürgern, gerade vor dem Hintergrund einer prekären Haushaltslage. Die Frage nach Prioritäten stellte
der Meißner Stadtrat Andreas Graff (Linkspartei). Alle drei Städte stünden vor großen Problemen durch ihre schrumpfende und älter werdende Einwohnerschaft. In der Meißner Altstadt gebe es einen weit verbreiteten Leerstand. Es mangele an Personal für die Altenpflege. Auf solche Fragen müssten zuerst Antworten
gefunden werden. Eine Bundesgartenschau könne diese jedoch
sicher nicht geben. An dieser Stelle habe der Städtebund seine
Aufgabe verfehlt.
Was eint die drei Städte?
Martin Bahrmann, der Vorsitzende der FDP-Fraktion, sieht keine Möglichkeit, drei so weit voneinander entfernt liegende Städte für eine Gartenschau oder Bauausstellung unter einen thematischen Hut zu bringen. „Das wäre hier ein Fitzelchen und dort ein Fitzelchen. Nichts Halbes und nichts Ganzes“, so Bahrmann."
Mal ehrlich, wir haben weder für die Jugend noch für die Kultur Geld... aber für eine Gartenschau ist es da... verrückte Welt.
Martin Bahrmann